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Der Wert von Papierverpackungen für frische Lebensmittel geht über das bloße „Reduzieren von Kunststoff“ hinaus; er umfasst auch die Rückverfolgbarkeit der Materialien, ein recyclingfähiges Design, die Kompatibilität mit der Kühlkette sowie die Präsentation von Markeninformationen. Für Obst-, Gemüse-, Beeren- und Pilzmarken, die den europäischen Markt betreten möchten, sollten Verpackungsverbesserungen auf den Vorschriften des Zielmarktes und den tatsächlichen Anforderungen des Produkts beruhen – nicht einfach durch den vollständigen Ersatz aller Kunststoffverpackungen durch ein einheitliches Papiervmaterial.

PPWR steht für die EU-Verordnung zu Verpackungen und Verpackungsabfällen. Diese Verordnung fokussiert sich auf Anforderungen wie Verpackungsreduktion, recyclingfähiges Design, Materialsicherheit, Recyclinghinweise und Wiederverwendung.
Laut der öffentlichen Seite der Europäischen Kommission trat die PPWR am 11. Februar 2025 in Kraft und gilt im Allgemeinen für entsprechende Verpackungen, die ab dem 12. August 2026 auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht werden. Die Europäische Kommission stellt zudem fest, dass Verpackungen bis 2030 recycelbar sein müssen und dass das Verpackungsdesign sicherstellen soll, dass die verwendeten Materialien nach Gebrauch in anschließende Wiederverwendungs- oder Recyclingprozesse eingebracht werden können.
Dies bedeutet weder, dass ‚alle Pappschachteln von Natur aus konform sind‘, noch dass ‚alle Papierverpackungen Kunststoff unmittelbar ersetzen können‘. Ob eine Verpackung die Anforderungen erfüllt, hängt auch von der Art des Kartons, den Beschichtungen, Klebstoffen, Druckfarben, Versiegelungsfolien, der Produktsicherheit bei Kontakt sowie dem Recycling-System des Ziellandes ab.
Für Frischeproduktmarken sollte ein konformes Design bereits vor der Probennahme berücksichtigt werden – nicht erst durch Nachträglichkeit von Recyclinghinweisen nach Markteinführung des Produkts.
Papierbasierte Verpackungen haben sowohl aufgrund von Vorschriften und Markenzielen zur Reduzierung von Kunststoff als auch wegen der bestehenden Recyclinginfrastruktur und der Materialeigenschaften Aufmerksamkeit erhalten.
Öffentliche Daten der US-Umweltschutzbehörde (EPA) zeigen, dass die gesamte Recyclingquote für Papier und Karton in den Vereinigten Staaten im Jahr 2018 bei 68,2 % lag. Davon betrug die Recyclingquote für Wellpappkartons 96,5 %. Es ist zu beachten, dass diese beiden Zahlen unterschiedlichen statistischen Kategorien entsprechen – nämlich „gesamtes Papier und Karton“ bzw. „Wellpappkartons“ – und daher nicht direkt so interpretiert werden dürfen, als ob sämtliche papierbasierten Frischwarenverpackungen dieselbe Recyclingquote erreichen könnten.
In Europa meldet 4evergreen öffentlich eine Recyclingquote für papierbasierte Verpackungen von 87 % und hat sich ein Branchenziel von 90 % bis 2030 gesetzt. 4evergreen betont zudem, dass das Verpackungsdesign in Kombination mit Methoden des „Design for Recycling“ (DfR) sowie den tatsächlichen Recyclingprozessen bewertet werden muss.

Daher sollte die Umweltleistung papierbasierter Verpackungen nicht allein anhand des Begriffs „Papier“ beurteilt werden, sondern auch folgende Aspekte berücksichtigen:
1. Ob die verwendete papierbasierte Struktur für das jeweilige Recycling-System geeignet ist;
2. Ob Beschichtungen, Klebstoffe oder Versiegelungsfolien die Sortierung und das Aufschlammen beeinträchtigen;
3. Ob die Verpackung für Verbraucherinnen und Verbraucher gut erkennbar ist und korrekt entsorgt wird;
4. Ob am Standort des Produkts die erforderlichen Sammel-, Sortier- und Aufbereitungsbedingungen vorhanden sind.
Verschiedene Papiersorten erfüllen unterschiedliche Funktionen; die Materialauswahl sollte daher dem Produktgewicht, dem Feuchtigkeitsgehalt, der Transportmethode und den Einsatzszenarien entsprechen. Die folgende Einteilung dient als Grundlage für Entwicklungsbesprechungen zu Produkten und stellt keine getesteten Leistungsdaten als feste Parameter dar.
1. Kraftpapier: Geeignet zur Betonung natürlicher Struktur und Markenidentität
Kraftpapier weist typischerweise eine natürliche braune oder ungebleichte Optik auf und eignet sich daher für Obstschachteln, Beerenboxen, Tragetaschen sowie Verpackungen zur Markenpräsentation. Seine Vorteile treten besonders hervor bei:
1) der natürlichen Papierfarbe, die sich gut für visuelle Darstellungen zu Themen wie Bio, Farm-to-Table und Nachhaltigkeit eignet;
2) der Möglichkeit, Markeninhalte durch Druck zu vermitteln – etwa Geschichten, Herkunftsangaben, Lagerungsempfehlungen oder Recyclinghinweise;
3) der Gestaltungsmöglichkeit von Produktstrukturen mit Sichtfenstern, Tragegriffen, Trennwänden oder Lüftungsöffnungen;
4) Geeignet für die Entwicklung in Kombination mit anderen Papierkartons oder funktionalen Materialien.
Wenn die Verpackung jedoch mit feuchthaltigen Obst- und Gemüsesorten, Kondenswasser oder Fruchtsaft in Berührung kommt, müssen gesonderte Tests bezüglich der Feuchtigkeitsschutzmaßnahmen, der Beschichtungszusammensetzung und der Auswirkungen auf das Recycling durchgeführt werden.
2. Wellpappe: Geeignet für den Transportschutz und äußere Kartonkonstruktionen
Wellpappe besteht aus glattem Papier und gewelltem Papier und wird üblicherweise für äußere Kartons, Versandboxen, Trennwände sowie Verpackungen mit Stapelschutzanforderungen verwendet. Ihre konstruktive Gestaltung kann entsprechend der Produktgröße, der Stapelmethoden und der Transportwege angepasst werden.
Öffentliche Statistiken der EPA zeigen, dass die Recyclingquote für Wellpappkartons in den Vereinigten Staaten im Jahr 2018 bei 96,5 % lag. Dies deutet darauf hin, dass Wellpappkartons in den Vereinigten Staaten eine relativ ausgereifte Recyclingbasis besitzen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle Wellpapp-Frischware-Trays oder beschichteten Wellpappverpackungen ebenfalls eine Recyclingquote von 96,5 % erreichen können. Die tatsächliche Recyclingleistung hängt weiterhin von der Verpackungsstruktur, dem Grad der Kontamination, der Beschichtung sowie den lokalen Recyclingeinrichtungen ab.
Der richtige Vergleich erfolgt durch die Bewertung der Gesamteignung konkreter Verpackungslösungen hinsichtlich gesetzlicher Vorgaben, Funktionalität, Recyclingfähigkeit und Lieferkette.
Bewertungsdimensionen |
Papierverpackung |
Kunststoffverpackungen |
Vorschriften |
Ob sie den Anforderungen an ein recyclinggerechtes Design, die Materialsicherheit und die Kennzeichnung des Ziellandes entsprechen |
Kunststoffart, Anforderungen an recycelten Anteil, Beschränkungen für Einwegkunststoffe sowie Verantwortlichkeiten im Rahmen des erweiterten Herstellerverantwortungsprinzips (EPR) |
Werkstoffe |
Kraftpapier, Wellpapier, beschichtete Kombinationen |
PET-, PP- und PE-Kombinationen mit Sperrschichten |
Feuchtigkeitsbeständigkeit |
Festigkeitsbewahrung bei Kondensat, Saft und Luftfeuchtigkeit in der Kühlkette |
Sperrschichteigenschaften des Materials, Kondensatmanagement und Recyclingklassifizierung |
Struktur |
Lüftungsöffnungen, Trennwände, gefaltete Ränder, Griffe, Stapelbarkeit und Versiegelung |
Formgebung, Einrastmechanismen, Heißversiegelung und Kompatibilität mit automatisierten Verpackungslinien |
Recycling |
Ob die papierbasierte Struktur in den lokalen Papier-Recyclingstrom eingegeben werden kann |
Ob sie von lokalen Sortiersystemen erkannt und wiederaufbereitet werden kann |
Markenpräsentation |
Papierdruck, Farben, QR-Codes und Herkunftsgeschichte |
Transparente Darstellung, Etiketten und Oberflächendruckverfahren |
Der erste Schritt bei der Verbesserung der Verpackung besteht nicht darin, ein bestimmtes Material auszuwählen, sondern die Prüfbedingungen für das Produkt und die Lieferkette festzulegen.
Nutzungsszenarien klären
1. Produkttypen, Einzelgewicht pro Karton, Kühltemperatur, Transportdauer, Stapelverfahren und Vertriebskanäle dokumentieren.
Materialkombinationen bestimmen
2. Auswahl zwischen Kraftpapier, Wellpappe und funktionalen Beschichtungen entsprechend den Anforderungen an Tragfähigkeit, Feuchtigkeitsbeständigkeit, Belüftung, Druckbarkeit und Versiegelbarkeit.
Verifizierungsdokumente vervollständigen
3. Aufzeichnungen über Herkunft der Papiermaterialien, Lebensmittelkontaktkonformität, Details zu Beschichtungen und Klebstoffen, Ergebnisse struktureller Tests sowie Daten zur Recyclingfähigkeit für Zielmärkte führen.
Papierbasierte Verpackungen für frische Lebensmittel sind keine Ein-Material-Lösung; sie bilden ein System aus Papiermaterialien, Konstruktion, Beschichtungen, Versiegelung und Recycling-Design. Die endgültige Wahl sollte weiterhin auf den Produktmerkmalen und den tatsächlichen Testergebnissen beruhen.
Für frische-Lebensmittel-Marken, die den europäischen Markt betreten möchten, kann eine vorab erfolgende Bewertung der Verpackung gemäß den Gestaltungs- und Recycling-Richtlinien der PPWR helfen, spätere Anpassungskosten zu senken und eine klarere Grundlage für die Konformitätsdokumentation bei der Markteinführung neuer Produkte zu schaffen.
Falls Sie Verpackungslösungen für Obst, Gemüse oder frisches Fleisch suchen, können Sie auf Basis des Produktgewichts, des Feuchtigkeitsgehalts, der Transportmethode und des Zielmarktes entsprechende Empfehlungen zu Papiermaterialien und -strukturen erhalten.